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Montag, 25. Februar 2013

OSCAR´s 2013 - Meine Favoriten

Noch 1 Stunde bis zum Start der OSCAR´s 2013 und hier nun meine Tipps für die wichtigsten Kategorien:


Best Motion Picture: Argo

Actor in a leading role: Daniel Day Lewis für Lincoln

Actress in a leading role: Jessica Chastain für Zero Dark Thirty

Actor in a supporting role: Tommy Lee Jones / Lincoln

Actress in a supporting role: Anne Hathaway für Les Misérables

Best Foreign Language Film: Amour

Original Song: Adele für Skyfall

Animated Movie: Wreck-It Ralph 

OSCAR´s 2013 - Les Misérables

Nur einen Tag vor der OSCAR Verleihung habe ich zusammen mit Thomas und Anke die Zeit gefunden, die Musical-Verfilmung Les Misérable mit Starbesetzung anzuschauen.


Sträfling Jean Valjean (Hugh Jackman) saß beinahe 20 Jahre als 'Gefangener 24601' im Gefängnis, weil er Brot für seine hungernde Familie stahl. Als er auf Bewährung freigelassen wird, möchte er ein neues Leben beginnen. Dazu muss er jedoch erst einmal dem Griff des unerbittlichen Inspektors Javert (Russell Crowe) entgehen, der ihm stets auf den Fersen ist und nur auf einen Fehltritt Valjeans lauert. Auch seine Umwelt begegnet ihm wegen seiner Verfehlung und der Inhaftierung feindselig. Um die Vergangenheit endgültig hinter sich zu lassen, verstößt Valjean gegen seine Bewährungsauflagen: Er taucht unter und nimmt eine neue Identität an. Doch Javert ist weiterhin hinter ihm her und als sich Valjean in die in ärmlichen Verhältnissen lebende Fantine (Anne Hathaway) verliebt, kommt es zu einer tragischen Wendung... 


Während der wiederholte Einsatz des Randlinien verzerrenden Fischaugen-Objektivs für Weitwinkelaufnahmen von Gebäuden und Innenräumen allmählich wie eine etwas aufdringliche Marotte des Regisseurs wirkt, macht sich Hoopers ungewöhnliche Entscheidung, den Gesang live beim Drehen aufzunehmen, bezahlt. Was hier an musikalischer Perfektion verloren gehen mag, wird durch zusätzliche schauspielerische Nuancen mehr als ausgeglichen. Das zeigt sich insbesondere bei den beiden männlichen Hauptdarstellern Hugh Jackman („X-Men", „The Prestige") und Russell Crowe („Insider", „A Beautiful Mind").

Der musicalerfahrene „Wolverine"-Darsteller lässt die Anstrengung, die der Kampf Valjeans gegen Resignation und Rückschläge kostet, hör- und sichtbar werden und der im Vergleich zu seinen Mitstreitern weniger stimmgewaltige Ex-„Gladiator" macht aus der scheinbaren Not geradezu eine Tugend. Mit seinem durchaus wohlklingenden Bariton verleiht Crowe Javert bei aller Starrköpfigkeit einen Hauch Traurigkeit und sein abschließendes gesungenes Selbstgespräch wird zu einem tragischen Manifest bestürzender Einsicht. Javerts düstere Abschiedsszene gehört auch visuell zu den Höhepunkten des Films, die Einsamkeit des Fanatikers, dessen Weltbild in Stücke gebrochen ist, wird durch das gigantische Dekor und den schwarzen Himmel wirkungsvoll unterstrichen.

Fazit: Tom Hoopers Non-Stop-Musical „Les Misérables" ist eine gesanglich gute und darstellerisch mehr als beachtliche Verfilmung des Bühnenerfolgs. Der Sprechgesang kommt der Erzählweise des Filmes und den gesanglichen Leistungen der Schauspieler sehr zu gute und so gebe ich dem Film bzw. der Musicalverfilmung 8 von 10 Punkte sowie Anne Hathaway den OSCAR für die beste Nebendarstellerin.  

Sonntag, 10. Februar 2013

OSCAR´s 2013 - Zero Dark Thirty

Mein mittlerweiler 5ter OSCAR Film 2013 - ZERO DARK THIRTY.


Auslöser der fieberhaften Jagd nach Bin Laden - betitelt mit Operation Neptun's Spear und ausgeführt von einer im Kern scheinbar kleinen CIA-Crew und einem Navy SEALs-Team - ist der 11. September 2001. Wie sah diese Jagd nun aus, glaubt man der Darstellung in Zero Dark Thirty, was soviel bedeutet wie "30 Minuten nach Mitternacht"?

Nach einer kurzen, erfreulich dezent gehaltenen Szene des Anschlags springen wir zwei Jahre später in ein Verhör eines Gefangenen in einem geheimen pakistanischen Gefängnis. Dem Verhör wohnt auch die junge CIA-Agentin Maya (Jessica Chastain) bei, der der Ruf einer knallharten Ermittlerin vorauseilt. Der Gefangene will natürlich nichts bezüglich seiner Kontakte zu Bin Laden verraten und wird daher von Agent Dan (Jason Clarke) über mehrere Tage gefoltert. Trotz ihres Rufs macht Maya das Zusehen bei diversen Foltertechniken anfangs doch etwas zu schaffen, auf diese Weise dennoch herausgepresste Informationen beruhigen jedoch schnell ihren mulmigen Magen.



Der Gefangene gibt den Namen eines Boten preis, der Nachrichten von Bin Laden zu anderen engen Kontakten Bin Ladens überbringt und umgekehrt: Abu Ahmed (Tushaar Mehra). Über das Aufspüren des Boten hofft nun die CIA-Crew, auch an Bin Laden heranzukommen. In diesem Sinne ist Zero Dark Thirty eher die langjährige Jagd nach diesem Boten, denn nachdem dieser schließlich gefunden wird, ist Bin Ladens Anwesen im pakistanischen Abbottabad vergleichsweise schnell ermittelt...

Visuell und dramaturgisch hat der Film zwar dokumentarische Züge und es wird auch gesagt, dieser basiere auf Tatsachenberichten der CIA. Der Zuschauer kann aber nicht unterscheiden, was in dem von Kritikern zum Teil als Meisterwerk hochgejubelten Film Tatsache und was Fiktion ist - denn ein Zuschauer bekommt die Tatsachenberichte der CIA sicher nicht zu Gesicht.


Ich hatte bei Zero Dark Thirty eher das Gefühl, eine kritische Dokumentation anzuschauen, die Bigelow versucht hat, als Kinofilm aufzubereiten. So erwartet man aber den spannenden Ermittlungen einer als Hauptfigur präsentierten CIA-Agentin zu folgen. Jessica Chastain macht ihre Sache dabei gut und ihre sich steigernde Besessenheit, Bin Laden zu finden und zunehmende Härte bei dieser Jagd, kauft man ihr ab, gut ist auch ihr gestresster Zustand mit Übermüdung und immer kränklicherem Aussehen zu verfolgen.

Zero Dark Thirty springt zwischen den verschiedenen Ermittlungsorten zu rasch hin und her, präsentiert zu viele Nebenfiguren neben den Hauptfiguren Maya und ihrem engsten Kompagnon Dan. Auch Jason Clarke, mit dem Chastain schon in Lawless zusammen vor der Kamera stand, überzeugt in seiner Rolle als Dan. Mit der spannendste Teil ist ein Treffen eines Überläufers, das gehörig schiefläuft. Bigelow versucht auch, etwas Emotionalität in das Geschehen zu bringen, indem Maya sich mit Kollegin Jessica (Jennifer Ehle) anfreundet, doch sind die Szenen mit den beiden zu kurz und oberflächlich, der Zuschauer bleibt die meiste Zeit des Films eher außenstehender Beobachter denn mitfühlender Zuschauer.


Zero Dark Thirty ist für mich eine gute Mischung aus Dokumentar- und spannendem Kinofilm, der es schafft, Spannung zu erzeugen und den Zuschauer emotional zu berühren. Allein die Folterszenen zu Beginn des Filmes waren nicht so mein Fall, aber da musste ich durch. Die Suche wird spannend und nachvollziehbar darstellt und am Ende mit dem Zugriff auf Bin Laden aufgelöst und der Zuschauer aus einer 2,5 stündigen Anspannung erlöst. Dafür gibts von mir 8 von 10 explosive Punkte.

OSCAR´s 2013 - Lincoln

"Wenn Sklaverei nicht falsch ist, ist nichts falsch." - Abraham Lincoln, 1865.



Doch um die Sklaverei abzuschaffen und den verheerenden Bürgerkrieg zu beenden, muss Lincoln (Daniel Day-Lewis) es schaffen, den 13. Verfassungszusatz gegen eine starke Opposition, die Demokraten, durchzusetzen, denen die These der Gleichheit auch für Sklaven zu progressiv erscheint. Auch den Argumenten des für seine Radikalität schon berüchtigten republikanischen Kongress-Abgeordneten Thaddeus Stevens (Tommy Lee Jones) zeigen sich selbst Parteifreunde wenig zugänglich. Doch Lincoln braucht die Stimmmehrheit, und so setzt er all sein Verhandlungsgeschick und all seine ihm möglichen politischen Druckmittel ein, um neben den noch Unschlüssigen seiner eigenen Partei auch Stimmen der gegnerischen Demokraten gewinnen zu können. Derweil leidet seine Familie und Ehe mit Mary (Sally Field) unter diesem schon besessenen politischen Kampf...

Neben diesen und den skrupellosen Politintrigen zum Stimmenfang für einen guten Zweck bleibt zu wenig Raum für einen persönlichen Einblick in diesen Abschnitt von Lincolns Biografie, so dass mir die Darstellung der Facetten von Lincolns Charakter als Vater und Ehemann nicht wirklich berühren können bzw. etwas zu kurz kam.



Keine Frage, die Darstellerriege von Lincoln ist beeindruckend und gibt überzeugend ihr Bestes, allen voran Daniel Day-Lewis als großartiger Staatsvater, der durchaus eines Oscars würdig ist, sowie Tommy Lee Jones, der als süffisant-radikaler Thaddeus Stevens eine fast schon bösartige Augenweide ist. Sehr glaubwürdig ist auch Lincolns Alterungsprozess zu beobachten, bei dem die Maske ganze Arbeit leistete. Spielberg, der neben der Regie auch produzierte, hat sich eigentlich mit einem legendären Präsidenten und einer spannenden Zeit der amerikanischen Historie ein erfolgversprechendes Thema für eine Verfilmung ausgesucht, die zum Teil auf dem Buch "Team of Rivals: The Political Genius of Lincoln" von Doris Kearn Goodwin basiert.

Jedoch gestaltet sich für mich nach einem guten Einstieg mit Einführung der Personen der Mittelteil etwas langatmig. So spannend es ist, politische Druckmittel und Intrigen beim Stimmenfang zu verfolgen, ermüdet dies auf Dauer etwas, um sich vom Geschehen ausreichend fesseln zu lassen. Interessant ist dennoch das neue Bild, dass der Zuschauer von dieser legendären Persönlichkeit bekommt - denn was für ein knallharter Machtmensch Lincoln war, steht nicht in den Geschichtsbüchern. Für die Durchsetzung des besagten Artikels greift er im entscheidenden Moment zu einer Lüge, derer es in ihrer gewagten Art sicher nicht viele in der amerikanischen Historie gab. Und die wieder einmal die Frage, ob der Zweck die Mittel heiligt, auf den Plan ruft.


Insgesamt beweist ein Film wie Lincoln erneut, dass Politik zu allen Zeiten ein dreckiges Geschäft war und ist. Aufgrund dieser Tatsache und dem interessanten historischen Hintergrund kann ich den Film nur empfehlen. 8 von 10 politisch korrekten Punkten.

Mittwoch, 30. Januar 2013

OSCAR´s 2013: Django unchained

Nummer 2 meiner diesjährigen OSCAR-Reihe ist: DJANGO Unchained vom Quentin Tarentino.


Der Sklave Django (Jamie Foxx) wird von dem deutschen Ex-Zahnarzt Dr. King Schultz (Christoph Waltz), heute Kopfgeldjäger, befreit und unter die Fittiche genommen. Django soll Schultz helfen, die Verbrecher Brüder Big John, Ellis und Roger Brittle, die sich auf einer Farm irgendwo im Süden unter neuem Namen versteckt haben, aufzuspüren.


Da Django von den Brittles einst nicht nur gefoltert wurde, sondern diese auch seine Frau Broomhilda gespielt von Kerry Washington, vergewaltigten, hat er sich ihre Gesichter bestens eingeprägt und soll sie nun identifizieren. Auf dem Weg zu ihrem Ziel wird Django unter Schultz Patenschaft selbst ein gefürchteter Verbrecherjäger.

Gemeinsam jagt das Duo erfolgreich und erbarmungslos böse Jungs für Geld. Zusammen machen Sie sich dann auf dem Weg, Djangos Ehefrau Broomhilda zu finden, von der er allerdings keine Ahnung hat, wo sie mittlerweile ist. Die Spur führt das ungleiche Duo zur Farm des Plantagenbesitzers Calvin Candie (Leonardo DiCaprio), der, unterstützt von dem verschlagenen Haussklaven Stephen (Samuel L. Jackson) und dem sadistischen Billy Crash (Walton Goggins), seine Sklaven zu brutalen Kämpfen auf Leben und Tod antreten lässt.


Der Film bietet Vieles - eine tolle Geschichte, Action und viel Blut, einen tollen Soundtrack sowie einen grandiosen Christoph Waltz. Für diese Rolle muss er einfach den OSCAR als bester Hauptdarsteller bekommen. Mit 3 Stunden ist der Film etwas lang geraten und das merkt man auch an der gestreckten halben Stunde mit der Anreise zum Candy Land. Daher gibts 8 von 10 fest im Sattel sitzende Punkte.

Donnerstag, 24. Januar 2013

OSCAR´s 2013 - Life of Pi

Jedes Jahr schaue ich mir alle Filme an, die als BESTER FILM für den OSCAR nominiert sind. Seit dem letzten Jahr sind es nicht mehr 5 sondern mittlerweile 10 nominierte Filme. Daher sind der Januar und Februar kinotechnisch immer sehr gut ausgelastet.


Film 1 in diesem Jahr war Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger. Der Film, der bereits im Vorfeld sehr gute Kritiken für seine 3D Effekte bekam, läuft nun seit einigen Wochen in Deutschland. Diese Woche fand ich nun endlich die Zeit, mir den Film anzuschauen.

Etwas entsetzt vom Preis (12 Euro trotz Kinotag) begab ich mich dennoch voller Vorfreude in den Kinosaal, um mich in eine andere Welt verführen zu lassen. So beginnt die Geschichte in Indien und endet in Kanada.


Pi Patel ist der Sohn eines indischen Zoodirektors. Eine Katastrophe führt dazu, dass er mitten auf dem Ozean, abgeschnitten von der Außenwelt, in einem Rettungsboot dahintreibt. Dieses teilt er sich mit dem einzigen anderen Überlebenden: einem furchteinflößenden bengalischen Tiger namens Richard Parker, zu dem er eine wundersame und unerwartete Verbindung aufbaut.

Pi nutzt seinen ganzen Einfallsreichtum, um den Tiger zu trainieren, seinen Mut, um den Elementen zu trotzen, und schlussendlich seinen Glauben, um die Kraft aufzubringen, sie beide zu retten. Die schicksalhafte Reise des Teenagers wird dabei zunehmend ein episches Abenteuer voller gefährlicher Entdeckungen und Erlebnisse.




Der vielfach ausgezeichnete Regisseur und Oscar-Preisträger Ang Lee bringt mit seinem neuen Film LIFE OF PI - SCHIFFBRUCH MIT TIGER - basierend auf dem gleichnamigen Bestseller von Yann Martel - eine opulent in 3D inszenierte und zugleich tief bewegende Abenteuergeschichte auf die große Leinwand. Mit AVATAR hat Life of Pi die BESTEN 3D Effekte, die ich je gesehen habe. 10 von 10 oscarreifen Punkte.