Freitag, 6. März 2009

Milk

San Francisco, 1972. Harvey Milk (Sean Penn) und sein Partner Scott Smith (James Franco) haben vom Leben in New York die Nase voll und suchen ihr Glück an der Westküste. Sie eröffnen im Arbeiterviertel Castro einen kleinen Fotoladen: "Castro Cameras". Bald wird das Geschäft als Treffpunkt und Nachrichtenbörse zum Mittelpunkt des Viertels, vor allem dank Harvey Milks herzlichen, überschäumenden Temperaments. Es dauert nicht lang, bis Milk seinen Hang zur Politik entdeckt: Sein Anliegen sind die Interessen der kleinen Leute seines Viertels - und die der schwulen Community.


Milk organisiert Straßenfeste im Castro District, und er steht stets an der Spitze, wenn es gegen Diskriminierung zu protestieren gilt. Während dreier Wahlkampagnen für den Stadtrat von San Francisco gewinnt Milk unzählige Helfer und Freunde dazu, vor allem sein Berater Cleve Jones (Emile Hirsch) steht ihm unermüdlich zur Seite. Doch in dieser Zeit zerbricht die Beziehung zu seinem langjährigen Geliebten Scott. An der Seite seines neuen Partners Jack Lira (Diego Luna) schafft Milk bei der Wahl 1977 schließlich den Einzug in den Stadtrat. Kaum im Amt, stößt Milk eine Vielzahl von politischen Initiativen an, womit er sich nicht nur Freunde macht. Und einer seiner Gegner, Milks Stadtrats-Kollege Dan White (Josh Brolin) entpuppt sich schließlich als Todfeind ...

Der Film zeigt beeindruckend aber auch erschreckend wie Randgruppen und Schwule im Amerika der 70er Jahre unterdrückt wurden. Immer auf dem schmalen Grad zwischen Politik und privater Tragöde wandernd, verkörpert Sean Penn grandios einen Harvey Milk, der sofort dem Publikum an Herz wächst. Anfangs noch laienhaft, später dann professionell abgebrüht nutzt er die Politik und dessen Instrumente, um Amerika´s Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten.

Nach 128 Minuten voller emotionalen sowie erschreckenden Wende- und Höhepunkten kehrt die Geschichte wieder an Ihren Anfang zurück - dem Attentat auf Stadtrat Harvey Milk und Bürgermeister George Moscone.

Selten hat mich ein Film so berührt wie MILK. Von Anfang bis Ende leidet man mit Harvey mit, möchte ihm am besten die Hand reichen und ihn wieder Schubkraft für den nächsten Wahlkampf geben. Nach all den privaten Tragödien ist er dennoch eine Person, der für sich und sein Umfeld der Fels in der Brandung ist. Am Ende liefen viele Tränen im Film sowie im Kino und es wird klar - Sean Penn hat den OSCAR für die beste Hauptrolle mehr als verdient.

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